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Bei Lehrern nicht an der stimmlichen Ausbildung sparen

Bei Lehrern nicht an der stimmlichen Ausbildung sparen

Wer Lehrer werden möchte, braucht eine gute fachliche Ausbildung und eine gute und kräftige Stimme. Das kann man bereits zum Studienstart testen, mit einer sogenannten "Tauglichkeitsprüfung" - und während der Ausbildung gezielt trainieren. Wo da die Schwerpunkte liegen, wurde beim Projekttag der Initiative "Sprecherziehung im Lehramt" in Leipzig diskutiert.

„Es geht darum, den Körper wahrzunehmen und festzustellen, wie Körperstimme und Atmung zusammenhängen. Wir stehen im Kreis, Arme locker, nehmt eure Atmung wahr.“

Vier freiwillige Teilnehmer im kleinen Kreis, dazu Dutzende Augenpaare, die aufmerksam die Übung beobachten. In diesem Workshop geht es speziell um Körperhaltung und Körpersprache, in ganz unterschiedlichen Situationen. Was macht sie mit uns, unserem Gegenüber – und vor allem: unserer Stimme. Eine ganze Menge, weiß Siegrun Lemke von der Initiative „Sprecherziehung im Lehramt“, die Organisatorin des Projekttages in Leipzig. Lehrer seien stimmliche Hochleistungssportler, so Lemke – und das über Jahrzehnte ihres Berufslebens.

„Sie müssen ein Leben lang, Tag für Tag, mehrere Stunden sprechen und das zum Teil mit Kraftstimme. Weil die akustischen Bedingungen in der Schule nicht sehr günstig sind. Das sind zum Beispiel raumakustische Merkmale, auch ein gewisser Störlärmpegel, wenn sich 30 Kinder in einem Raum befinden. Das ist auch eine psychische Belastung.“

Deshalb werden an der Uni Leipzig und anderen bundesdeutschen Hochschulen mit Lehrerausbildung einzelne Module der Stimm- und Sprecherziehung ins Studium integriert. Dabei wird die Belastbarkeit der Stimme trainiert und eine Kraftstimme für ausdauerndes, lautes Sprechen. Zusätzlich lernen die angehenden Lehrer, wie sie Texte lebendig und ausdrucksstark vorlesen können und dabei klar und verständlich artikulieren.

„Eine Lehrerin, ein Lehrer, der sich artikulatorisch gut ausdrücken kann, wird natürlich besser verstanden. Wenn ein Lehrer besser verstanden wird, ist es leichter ihm zu folgen. Der Lernerfolg ist eher gewährleistet und die Motivation ist höher. Wenn Lehrerinnen und Lehrer sprechgestalterisch gut variieren können, dann ist der Unterricht anschaulicher, lebendiger und damit auch leichter zu verstehen.“

ein Beitrag von:
Ronny Arnold


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über den Autor
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Jahrgang 1975, aufgewachsen in Sachsen und seit 2003 beim Mediendienst Ost. Vorher Studium der Soziologie, Journalistik und Politikwissenschaft an der Universität Leipzig und in Middlesbrough (UK). Ich arbeite als Autor für öffentlich-rechtliche Hörfunkanstalten der ARD (u.a. DLF, MDR, WDR, DLF Kultur, SWR, BR), als Tonassistent bei Fernsehproduktionen, Autor für Fernsehbeiträge und schreibe ab und an Texte für Zeitungen, Online-Portale und Magazine.

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