Warum gibt es sowjetische Friedhöfe in Thüringen?

Von welcher Armee wurde Thüringen eigentlich 1945 befreit - von den US-Streitkräften oder der Roten Armee? Für Roland Mirtschink aus Gera ist klar: Es waren die Amerikaner. Nun fragt er sich allerdings, woher denn dann die vielen Gefallenen der Sowjets kommen, die in Thüringen begraben liegen?

Gera, Ostfriedhof. Auf einer Lichtung am Rande der Anlage stehen dutzende Grabsteine mit russischer Inschrift. Häufigstes Todesdatum: 1945. Die Jahreszahl wirft Fragen auf, seit geraumer Zeit auch bei Claudia Leibold. Sie ist die Friedhofsleiterin, hat nachgeforscht und Unterlagen vom Geraer Stadtarchiv bekommen.

Der Ordner in ihrer Hand ist dick – Zeitungsartikel sind darin, Fotos, alte Briefe. Doch dokumentiert ist vor allem der Bau des sowjetischen Ehrenhains und eines Mahnmals im Jahr 1959. Die Erkenntnisse zu den Toten selbst sind eher dürftig, so Leibold:

Im Stadtarchiv sind hauptsächlich die Unterlagen, wie es zu diesem Bau gekommen ist. Und es gibt eben Unterlagen, warum, wieso diese Plastik so ist wie sie ist. Dass eben gezeigt wird, diese Freundschaft zur Sowjetunion. Warum jetzt die Soldaten hier beigesetzt wurden, woher die kommen, das kann ich nicht sagen.“ 

53 Sowjetbürger sind hier bestattet. Sie wurden 1959 innerhalb des Geraer Friedhofs umgebettet. Wo genau sie starben, ob es überhaupt Soldaten waren, ist unklar. Wir begeben uns auf Spurensuche. Auch in Weimar liegen Überreste von Sowjetbürgern.

Die kompletten Beiträge aus Radio und Fernsehen gibt es hier.

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