Stolpersteine gegen das Vergessen

Kleine Messingplatten sollen dafür sorgen, dass niemand in Deutschland die Verbrechen der Nationalsozialisten vergisst. Stolpersteine nennt sich das Projekt. Der Künstler Gunter Demnig will damit an die vielen Menschen erinnern, die von den Nazis verschleppt und ermordet wurden.

Weiße Rosen und rote Nelken umrahmen die zwei glänzenden Stolpersteine vor der Tür in der Leipziger Thomasiusstraße 23, daneben brennen vier Kerzen. Eine junge Mutter bleibt stehen, wechselt ein paar wenige Worte mit ihrer kleinen Tochter, zeigt auf die frisch eingemauerten Messingplatten im Boden. Dann gehen sie langsam weiter. Was genau die Mutter ihrem Kind erzählt hat, lässt sich von der gegenüber liegenden Straßenseite aus nur vermuten. Womöglich sind traurige Worte gefallen, wie Holocaust, Deportation oder feiger Mord. Vielleicht hat sie ihrer Tochter aber auch gesagt, dass sie für all das noch zu jung ist und ihr einfach vorgelesen, was auf den beiden Steinen steht: Hier wohnten Leopold und Malka Rabinowitsch, Flucht 1939 nach Lettland, Riga, deportiert und ermordet 1941.

 

Deutsche Welle

 

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