Parkplätze adé für Brummifahrer?

Der LKW-Verkehr in Deutschland nimmt zu und damit auch der Bedarf an LKW-Rast- und Schlafplätzen. Doch in Ludwigsdorf an der A4 soll ein Großteil der LKW-Parkflächen verschwinden. Geschieht das zu recht? Ein Beitrag für MDRinfo und MDR um Zwölf

Bisher hatte Fernfahrer David Kölzner kein Problem, in Ludwigsdorf an der Autobahn A4, direkt am Grenzübergang nach Polen einen Schlafplatz für seinen Truck und für sich zu finden. Ein riesiges Areal mit Tankstelle, Toiletten, Duschen und genügend Stellplätzen stehen hier für die Brummis zur Verfügung.

Seit einigen Tagen wird an der Raststätte gebaut, genauer gesagt: zurückgebaut. Ein Großteil der Parkplätze soll nämlich verschwinden. Die Anlage sei überdimensioniert, heisst es im zuständigen Autobahnamt in Dresden.

David Kölzner kann darüber nur mit dem Kopf schütteln. Fast täglich sucht er nach getaner Arbeit nach einem Ruheplatz. Fündig wird er meistens erst Stunden später. Wer eine solche Verkleinerung des Autohofes wie in Ludwigsdorf plane, „der hat nicht mehr alle Steine auf dem Brett“  formuliert es der Fernfahrer undiplomatisch.

Den schwarzen Peter will man sich im sächsischen Autobahnamt aber nicht zuschieben lassen. Der Verkehr in Richtung Bundesgrenze Deutschland-Polen nimmt ab, erklärt deren Sprecher Michael Stritzke. Darauf müsse man auch bei der Menge der bereitgestellten LKW-Parkplätze reagieren.

Eine Studie des Bundesverkehrsministeriums belegt jedoch, dass der LKW-Verkehr auf Deutschlands Straßen bis 2025 um 84% steigen wird. Daher kann auch Wieland Richter, Präsident des Landesverbandes des Sächsischen Verkehrsgewerbes dem Rückbau der Parkflächen an der A4 nichts Positives abgewinnen. Deutschland benötige dringend mehr LKW-Parkflächen. Sonst könnten aus übermüdeten Truckerfahrern die keinen Schlafplatz finden tickende Zeitbomben werden.

Kompletter Beitrag zu hören und zu sehen am 18.01.2012 bei

MDRinfo zwischen 5 und 9
MDR um Zwölf zwischen 11:45 und 12:30

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