November, 2014

Israel: Der Krieg und die Folgen – Schlechte Geschäfte in Jerusalem

Anfang 2014 startete Israel mit einem Plus von 5 Prozent ins Tourismusjahr. Man hoffte auf einen neuen Rekord. Doch dann kam alles anders. Anfang Juni entführen und ermorden palästinensische Terroristen drei israelische Teenager.

Jüdische Extremisten kidnappen daraufhin einen 16-jährigen Araber und bringen ihn um. Danach herrscht fünf Wochen Krieg im Heiligen Land – der Gaza-Streifen liegt in Trümmern. Ergebnis: Der Tourismus bricht während der Sommermonate um ca. 30 Prozent ein.

Und es könnte bald noch ärger kommen, denn die Spirale der Gewalt dreht sich weiter. Die dritte Intifada scheint längst begonnen. Anscheinend wahllos werden beinahe täglich unbeteiligte Passanten von Palästinensern mit Messern, sogar Schraubenziehern attackiert, fahren arabische Autofahrer in Menschenmengen. Dazu seit Wochen Spannungen und Zusammenstöße rings um den Tempelberg, auf dem mit der Al Aksa Moschee das drittwichtigste Heiligtum des Islams steht. Jüdische Splittergruppen versuchen, entgegen den geltenden Vorschriften, dort oben Gebete abzuhalten. Die israelische Polizei hindert sie daran, militante Palästinenser heizen die Lage zusätzlich an, attackieren die Polizeibeamten mit Steinen und Feuerwerkskörpern.

Trauriger Höhepunkt der Auseinandersetzungen: Der Überfall auf betende Juden in einer Jerusalemer Synagoge am 18. November. Vier Rabbiner sterben, dazu ein drusischer Polizeibeamter. Die beiden Palästinenser, die schwer bewaffnet in das Gotteshaus eindrangen, wurden ebenfalls erschossen. Wieder eine Negativschlagzeile – und damit keine gute Werbung für Jerusalem – eines der touristischen Highlights der Welt. Nur wenige Touristen laufen dieser Tage durch die  pittoreske Altstadt, besuchen Highlights wie die Via Dolorosa, der Grabeskirche und der Klagemauer. Das trifft vor allem die fast ausschließlich arabischen Händler und Restaurantbesitzer.

 

MDR INFO | Schlechte Geschäfte in Jerusalems Altstadt

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