Immer bunter. Einwanderungsland Deutschland

Flucht- und Migrationsgeschichten sind momentan medial sehr präsent. Und auch in Ausstellungen wird das umfassende Thema immer häufiger aufgegriffen. Ab dem 8. Oktober auch in einer Wanderausstellung im „Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig“.

Willkommenskultur heißt es, wenn Flüchtlinge wie unlängst in München freundlich mit kleinen Präsenten empfangen werden. Am Bahnhof in Köln-Deutz, 1964, gab es so etwas ähnliches auch schon einmal. Das Geschenk damals: ein Moped, allerdings nur für einen der Neuankömmlinge.

Originalaufnahme: „Bei Armando Rodrigues, dem Millionsten Gastarbeiter, stießen die Ehrungen vorerst auf Unverständnis. Offenbar hat der Neuling noch nicht begriffen, dass er und Seinesgleichen für den deutschen Wohlstand unentbehrlich geworden sind.“

Lakonisch wird die Szene von einem Reporter kommentiert. Ein Zeitdokument, zu hören aus kleinen Lautsprecherboxen zu Beginn der Ausstellung „Immer bunter – Einwanderungsland Deutschland“. Das Moped steht da auch, dazu Schaukästen mit Fotos, Plakaten und Tafeln, die das damals wirtschaftlich begründete Anwerben von Gastarbeitern dokumentieren. Es ist der Beginn einer bis heute, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, andauernden Einwanderung nach Deutschland. Dabei hat die Ausstellung, schon mit dem Titel „Immer bunter“, einen klaren Tenor.

Ulrich Op de Hipt: „Diese Erkenntnisse, die wir hier darlegen, sind die, dass diese vielen Menschen, die zu uns gekommen sind, die Gesellschaft nicht ärmer gemacht haben. Natürlich hat es Reibereien gegeben, schon in den 1960er Jahren. Damals ist man allerdings noch davon ausgegangen, dass die alle weggehen. Aber das hat die Gesellschaft wunderbar verkraftet.“

Als der Kurator vor über zwei Jahren mit der Konzeption der Ausstellung begann, waren die momentanen Diskussionen und die sich fast täglich ändernde Zahl an Zuwanderern so nicht absehbar. Nun ist das Zeitgeschichtliche Forum topaktuell, mit 800 Exponaten aus über fünf Jahrzehnten, inklusive vieler, persönlicher Geschichten, dokumentiert in Wort und Bild. Von Menschen, die tatsächlich angekommen sind.

 

Den Beitrag hören bei: Deutschlandfunk – Corso

 

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