Gedenken in Sachsen: Wut und Willkür

Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten soll im Staatsauftrag an die Opfer der Diktaturen erinnern - und sie soll die Sachsen politisch bilden. Doch sie scheitert an beidem. Während Fremdenfeinde und Rassisten mit völkischen Parolen durch die Straßen ziehen und Gewalt gegen Fremde massiv zunimmt, werden ausgerechnet Projekte zur NS-Zeit über Jahre verschleppt.

Cornelia Liebold hat lange durchgehalten. Jeden Tag, so berichtet sie es, sei sie zuletzt mit einem mulmigen Gefühl in die Gedenkstätte Bautzen gefahren. Insgesamt 19 Jahre lang betreute sie hier als wissenschaftliche Mitarbeiterin Zeitzeugen, bereitete Ausstellungen vor, arbeitete viel. Aber das Gefühl, das immer mehr dominierte, sei Angst gewesen. Angst, ins Büro zu gehen. „Es macht mich immer noch fassungslos, was ich in der Stiftung erlebt habe“, sagt sie. In ihrem Job sei es darum gegangen, Lehren aus der Diktatur zu vermitteln. „Stattdessen“, sagt Liebold, 47, Historikerin, „habe ich selbst erfahren, wie sich diktatorische Machtausübung anfühlt.“

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