Faust-Preis für Leipziger Theaterwissenschaft

Das Institut für Theaterwissenschaft wurde ausgezeichnet, mit dem Theaterpreis „Der Faust“. Der Preis des Präsidenten geht nach Leipzig, für eine hervorragende Forschungsarbeit und gute Lehre. Aber auch, weil das Institut von der Schließung durch die Uni-Leitung bedroht ist.

Die Freude über den Faust-Preis ist Günther Heeg, dem Geschäftsführenden Direktor des Hauses, ins Gesicht geschrieben: Wir freuen uns riesig über diese Auszeichnung.

Günther Heeg: Das ist eine großartige Nachricht und ich denke es ist eine verdiente Anerkennung der Leistung der Kolleginnen und Kollegen am Institut.

Und auch Paul Schwabe ist glücklich darüber. Er ist einer der 300 Studierenden am einzigen ostdeutschen Institut für Theaterwissenschaft. Das Studium sei inhaltlich modern, verliere aktuelle Entwicklungen am Theater nicht aus den Augen und blicke trotzdem auch weit in die Geschichte zurück, erzählt Schwabe.

Paul Schwabe: großer Schwerpunkt, dass es eben gerade um Theaterpraktiken des sogenannten traditionellen Akteurs geht, also bevor das Theater in ein Haus gezwängt wurde, bevor das Theater zu einer moralischen Anstalt wurde, wie man das vielleicht von Schiller kennt. Die Praktiken, die vielleicht auch die Menschen heute wieder mehr ins Theater ziehen könnten. Und das ist auch ein großes Anliegen dieses Institutes, ein großer Wert. Wo man jetzt auch wieder auf den Faust-Preis zurückkommen kann, dass das eben tatsächlich wahrgenommen wird, dass man daran forscht.    

Doch seit Januar sei es schwierig, so Schwabe, sich einzig und allein auf das Studium zu konzentrieren. Denn über seinem Institut schwebt das Damoklesschwert der Schließung. Stellenkürzungen wurden bekannt gegeben, das Uni-Rektorat sprach plötzlich davon, die Theaterwissenschaft schließen zu müssen. Demonstrationen folgten, Petitionen, Protest-Performances in der Leipziger Innenstadt – im Sommer gar eine tagelange Rektoratsbesetzung…

 

Leipziger Theaterwissenschaft erhält den Faust-Preis

 

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