Der Wendepunkt für Flüchtlinge in Deutschland

Was in der Silvesternacht in Köln geschah, war ein Wendepunkt für die Flüchtlingspolitik in Deutschland. Die Täter zeigen nicht das wahre Gesicht der allermeisten Flüchtlinge. Daher ist es beschämend, dass sich Flüchtlinge für die Straftaten dieser Verbrecher entschuldigen und sich von ihnen distanzieren müssen. Ein Kommentar von Tarek Khello.

Die in Köln verübten sexuellen Übergriffe gegen Frauen sind furchtbar. Ihr Ausmaß ist furchtbar. Sie erfolgten überraschend. Das waren nicht nur Angriffe gegen Frauen, sondern es sind ebenso Angriffe gegen jeden einzelnen arabischen Bürger und Geflüchteten in Deutschland. Jeder wird nun auf die Anklagebank gesetzt. Bisherige Berichte über die Vorfälle sexueller Gewalt am Kölner Dom werfen viele Fragen über die Tatverdächtigen auf. Was sind Ziel, Nutzen und Hintergrund der Taten?

Nachdem die Polizei sich in Köln zurückgezogen hat, folgten weitere Übergriffe in Köln, Stuttgart, Hamburg, Bielefeld, Düsseldorf. Die Anzahl der Übergriffe erweckt den Anschein von organisierter Kriminalität, von Absprachen und dem Wissen über fehlende Polizeipräsenz.

Schuldzuweisungen unter Flüchtlingen

Warum hat die Kölner Polizei die Herkunft der Tatverdächtigen der Übergriffe in der Silvesternacht zunächst nicht konkretisiert? Der Verdacht fällt pauschal auf arabische, nordafrikanische Jugendliche. Bei der Suche nach den Schuldigen hat zwischen arabischen Flüchtlingen ein Austausch gegenseitiger Beschuldigungen begonnen. In sozialen Netzwerken wie Facebook werden gegenseitige Vorwürfe formuliert: „Sie kam heute zu sagen, dass es die Marokkaner getan haben, und es ist nicht wahr. Marokkaner sind in Deutschland seit Jahrzehnten, und sie nicht tun…“ Ein Syrer schrieb: „Syrer sind jetzt in allen Ländern der Welt und niemand hat etwas falsch gemacht. Warum sie in Deutschland beschuldigt werden?“.

Es ist festzuhalten: Was geschehen ist, ist ein Verbrechen, und wer so etwas tut ist kriminell, egal welcher Nationalität er ist. Niemand kann diese Verbrechen rechtfertigen, auch Verteidiger der Flüchtlinge sind hier gezwungen, nicht still zu bleiben, sondern klar Stellung zu beziehen.

Sexuelle Übergriffe werden nicht allein von Flüchtlingen begangen. Täter sind Männer – bei häuslicher Gewalt, in der Firma, im Bierzelt, in der Kneipe, in der Disco etc. Leider passieren diese Übergriffe tausendfach, auch in Deutschland. Viel zu selten hat es strafrechtliche Folgen, oft wird es gar nicht erst angezeigt! Ja, es ist schlimm, was in Köln geschehen ist. Köln ist kein Einzelfall.

Köln und die Folgen

Die Vorfälle in Köln und der anschließende Medienrummel sind ein Wendepunkt in der Geschichte der Flüchtlinge in Deutschland. Die Taten sind ein Schlag gegen die Willkommenskultur, gegen offene Grenzen, gegen Merkels Parteipolitik und ein Triumph der extremen Rechten. Nach der Silvesternacht wird der Umgang mit Geflüchteten nicht mehr sein wie zuvor. Vorfälle dieser Art und die anschließende Berichterstattung sind in der Lage, eine radikale Änderung der Asylpolitik zu schaffen, deren Kosten alle Flüchtlinge tragen müssen, und einen Rechtsruck im Land auszulösen.

Ich denke an alle Menschen in Deutschland. Besonders denke ich an die Opfer. Ich denke an die vielen Helfer, die Flüchtlinge hier unterstützt und begrüßt haben. Was am Silvesterabend passiert ist, zeigt nicht das wahre Gesicht der allermeisten Flüchtlinge. Genauso wenig wie Gewalt und Hass in Dresden und an anderen Orten für die Mehrheit der Deutschen steht – die rechten Brandstifter sind ebenso Verbrecher wie die Täter von Köln. Ich finde es beschämend, dass sich Flüchtlinge für die Straftaten von Verbrechern entschuldigen und sich von ihnen distanzieren müssen. Ich hoffe, dass diese Verbrecher mit aller Härte bestraft werden.

 

Dieser Kommentar wurde aus dem Debattiersalon übernommen

 

 

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