Das vergessene KZ

In Sachsenburg bei Chemnitz befand sich ein frühes Konzentrationslager, von 1934 bis 1937 das einzige in Sachsen. Hier begannen SS-Karrieren, wurden Häftlinge zu Tode gefoltert. Auf dem Areal der alten Spinnerei erinnert heute fast nichts an den frühen NS-Terror. Die Stadt Frankenberg und das Land Sachsen lassen den historischen Ort verfallen. Eine Lehrerin kämpft gegen das Vergessen.

Der Schein der Taschenlampe macht auf der blassen Wand eine akkurate Schrift sichtbar. „23. September 24 Tage“ hat jemand mit Bleistift geschrieben. Darunter die folgenden Tage. Ein heimlicher Kalender, um die Haftzeit zu markieren. Vielleicht auch, um sich Mut zu machen, dass es eine Zukunft nach dieser Zelle gibt, in die durch das kleine, mit Eisenstäben versehene Loch in der Wand kaum Tageslicht fällt. Zwei Sachverständige aus Buchenwald hätten bestätigt, dass die Inschrift wohl aus der NS-Zeit stamme, erzählt Anna Schüller. Die 26-jährige Gymnasiallehrerin unterrichtet Kunst und Geschichte. In ihrer Freizeit setzt sie sich dafür ein, dass die alte Spinnerei im kleinen Sachsenburg, idyllisch am Flüsschen Zschopau bei Chemnitz gelegen, zur Gedenkstätte wird.

Denn hier befand sich ab Mai 1933 ein frühes NS-Konzentrationslager. Heute erinnert fast nichts daran, dass hier Sozialdemokraten, Kommunisten, Gewerkschafter, Christen und andere eingesperrt wurden; bis zu 1400 Häftlinge auf einmal. Dass sie von SA- und ab 1934 von SS-Wachen erniedrigt und gefoltert wurden. Offiziell gab es etwa 20 Todesopfer. Die Zahl derjenigen, die an den Folgen der Folter starben, lässt sich nicht beziffern.

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