Dezember, 2010

Chanukka in Erfurt – ein Fest für alle

Acht Tage dauert das jüdisch Chanukka-Fest. Zum feierlichen Ritual gehört es, jeden Abend ein Licht am Chanukka-Leuchter anzuzünden. Normalerweise stehen die Leuchter in Wohnungen und Synagogen. In Erfurt leuchtet in diesem Jahr bereits zum vierten Mal eine riesige Chanukkia vorm Rathaus. Das Anzünden der Lichter ist ein Volksfest für alle - hier ein Bericht vom letzten Jahr.

Mit Chanukka feiern Juden die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem vor über 2000 Jahren. Jahrelang hatten die Griechen während der Besatzung Götzenbilder im Tempel aufgestellt und ihn damit entweiht. Nun waren sie abgezogen und die Juden begannen mit der rituellen Reinigung ihres Tempels. Doch von dem dazu benötigten Olivenöls fand sich nur noch ein einziges Fass– die Ration für maximal einen Tag. Durch ein Wunder brannte das Licht ganze acht Tage – bis neues geweihtes Öl hergestellt war. Dieses Wunder feiert man bis heute zu Chanukka – jeden Tag wird ein weiteres Licht am Leuchter entzündet.

In einigen deutschen Städten mit großen und traditionsreichen jüdischen Gemeinden, wie etwa in Frankfurt, Hamburg, München oder vor dem Brandenburger Tor in Berlin erinnern große achtarmige Chanukka-Leuchter an das Wunder im Tempel zu Jerusalem. Initiator ist zumeist die jüdische Organisation Chabad Lubawitsch. Auch in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt steht ein Leuchter – er wurde aber nicht von einer jüdischen Organisation oder der Gemeinde aufgestellt, sondern von der Stadt. Und er steht auch nicht vor der Synagoge, sondern mitten im weihnachtlichen Trubel auf dem Fischmarkt vor dem Rathaus der Stadt.

Chanukka in Erfurt

 

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