Auf den Spuren eines extravaganten Fürsten

Lange war der Fürst-Pückler-Park, direkt an der Grenze zu Polen, ein Geheimtipp. Das hat sich geändert, vor allem seit die Anlage zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Ein Besuch in Bad Muskau.

„Das ist für mich völlig neu, und ich bin ziemlich unsicher, wie sich das entwickeln wird. Ich habe keine rechte Vorstellung. Interessant zu erfahren, wo die Besucher im Park überhaupt herkommen.“

Sonntagnachmittag, 14 Uhr. In Bad Muskau werden mitten im Fürst-Pückler-Park Kaffeetassen auf große, runde Gartentische gestellt. Dazu Stühle und ein großer Schirm, denn es ist schwül-heiß in der nördlichen Oberlausitz direkt an der polnischen Grenze. Mineralwasser gibt es deshalb auch und wer möchte, kann dazu Kekse oder Waffeln haben. Erika Schmidt lädt zum Parkplausch, Besucher dürfen neben ihr Platz nehmen und die emeritierte Professorin ausfragen.

Verteilt im Park gibt es an diesem Nachmittag noch weitere Tische, besetzt mit Parkführern, einer ehemaligen Oberbürgermeisterin und einem Muskauer Schmiedemeister, der schon als Kind durch den Park streifte. Wir besuchen sie später.

Erst einmal, kaum sind die Kaffeetassen gefüllt, rollt hinter großen, stattlichen Bäumen langsam ein ebenso stattliches Gewitter heran. Erika Schmidt lässt sich davon nicht beeindrucken und erzählt lieber, wann sie den Pückler-Park kennengelernt hat.

„1980, da war mein erster Besuch hier, und dann wieder 1992, das waren aber nur Exkursionen. Und ich bin 1993 nach Dresden an die Uni gekommen und kurz darauf stellte sich hier die Frage nach einem neuen Parkdirektor. Und in dem Zusammenhang bin ich in das Kuratorium für den Pückler-Park gekommen. Wir hatten nichts mit der Verwaltung und den Finanzen zu tun wie der Stiftungsrat. Aber in denkmalpflegerischen Fragen und wie man mit so einer Gartenanlage umgeht, das war unser Thema. Also das muss man auch beachten, der Garten hat eine Entwicklung durchgemacht.““

Eine 200-jährige Entwicklung, um ganz genau zu sein. 1815 begann der Graf von Pückler, der erst etwas später zum Fürsten aufstieg, mit der Planung dieses einzigartigen Landschaftsparks. Jahrelang wurde hier gebaut, gepflanzt und eingerissen, sogar ein ganzes Dorf umgesiedelt, damit sich Pückler seinen Traum eines englischen Gartens in der Oberlausitz erfüllen konnte.

 

Der lange Länderreport – Ein Besuch in Bad Muskau

 

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