800 Jahre Kreuzchor in Dresden

Der Dresdner Kreuzchor feiert sein 800jähriges Bestehen. Gegründet als Lateinschule an der heutigen Kreuzkirche, gehört der Knabenchor aus der Elbestadt längst zu den renommiertesten Deutschlands. Für die Dresdner selbst ist er ein fester und wichtiger Bestandteil ihrer zahlreichen künstlerischen Institutionen. Gerade in Zeiten, in denen Pegida dem Image der sächsischen Landeshauptstadt zu schaffen macht, sind die Feierlichkeiten rund um den Chor eine gern genommene Abwechslung.

Seit über sieben Jahren singt Jakob beim Dresdner Kreuzchor. Der 16jährige kommt gerade aus der Probe, der große Festakt in der Semperoper steht an – 800 Jahre Kreuzchor, ein Höhepunkt in diesen Jubiläumstagen.

Natürlich ist das ein besonderes Los, was man da gezogen hat und man fühlt sich auch sehr geehrt, hier einfach Teil des Chores sein zu dürfen. Allerdings würde ich nicht sagen, dass ich deswegen irgendwie etwas Besseres bin. Ich bin genauso wie jeder andere auch, nur dass ich eben hier die Gelegenheit bekommen habe und diese auch genutzt habe, in diesem Chor singen zu können und dadurch eine gute musikalische Ausbildung bekommen zu können.

Der angenehm zurückhaltende junge Mann besucht die 11. Klasse am Kreuzgymnasium, er wohnt im an die Schule und den Chor angeschlossenen Internat. Die Musik, der Kreuzchor, die insgesamt 128 Chormitglieder sind sein Leben.

Wir haben vormittags, teilweise bis in den Nachmittag hinein Schule, ganz normal, wie jeder Andere auch. Bloß dass wir extra, als Hobby, so wie andere in den Sportverein gehen oder Fußball spielen, sind wir halt im Chor und haben dann nachmittags Probe. Eine Probe oder mehrere Proben und hinzu kommen dann noch Instrumentalunterricht und Stimmbildung, einmal die Woche jeweils. Man hat seinen Freundeskreis hier innerhalb des Chores gefunden. Und dann kann man sich auch die Zeit nehmen mit anderen Freuden außerhalb. Das mache ich auch, also ich habe nicht nur Freunde innerhalb des Chores. Gerade am Wochenende, vor der Vesper oder so, nutze ich auch die Gelegenheit, mit anderen Freunden irgendetwas zu machen.

Jakob kommt aus Marienberg im Erzgebirge, 80 Kilometer entfernt von der sächsischen Landeshauptstadt. Einmal im Monat fährt er zu seinen Eltern, in den Schulferien auch öfter. 90 Prozent der Kruzianer, wie die jungen Mitglieder des Kreuzchores seit vielen Jahrhunderten genannt werden, leben wie Jakob im Internat.

Den Impuls dazu gegeben hat letztendlich meine Musiklehrerin in der Grundschule, die meinen Eltern das vorgeschlagen hatte, mal mit dem Gedanken zu spielen, mich entweder beim Thomanerchor oder beim Kreuzchor mal anzumelden. Vielleicht wäre das ja was für mich. Und deswegen haben sie gesagt: okay, versuch es mal. Wenn es dir nicht gefällt, kannst du es ja wieder sein lassen und dann wieder nach Hause kommen. Aber ich bin hier geblieben und ich bereue das auch nicht.

 

800 Jahre Kreuzchor in Dresden – Deutschlandradio Kultur

 

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